Letzte Woche erhielt ich eine Mail, in der eine Hobbybäckerin ihre Probleme mit dem Sonnenblumenkernbrot mit Roggensauerteig schilderte. Sie meinte: "Wenn ich es dann vorsichtig auf das mit Backpapier belegete Blech stürze, läuft es sofort auseinander. Der Teig ist außerdem sehr weich. Ich denke das es daran liegt."
Nun ja, das Brot hatte ich zuletzt vor 4 Jahren gebacken - allzu gut war da meine Erinnerung nicht mehr. Kurz entschlossen habe ich das Rezept wieder hervorgeholt und mich an die Arbeit gemacht. Diesmal habe ich mit dem Roggenschrot am Vorabend ein Brühstück angesetzt, ihn also mit kochendem Wasser übergossen und nicht mit kaltem.

Der Teig nach dem Kneten: er ist in der Tat sehr weich und klebrig. Ich habe etwas länger geknetet als beim ersten Versuch, da ich den Eindruck hatte, der Kleber würde sich dadurch noch besser ausbilden.

Das Brot nach dem Stürzen auf den Brotschieber. Sofort nach dem Fotografieren wurde das Brot eingeschnitten und in den Backofen eingeschossen. Der zweite Gärkorb stand bis hierher zum verzögerten Gehen im kalten Keller.

Trotz der weichen Struktur sind die Brote im Ofen sehr schön aufgegangen.

Hier der Anschnitt mit der lockeren Krume, die Kruste ist dünn und wunderbar knusprig. Dieses Brot ist sicher kein Anfängerbrot, aber wer es meistert, wird mit sehr gutem Geschmack und ausgezeichneter Haltbarkeit belohnt. Mein Dank gilt der Mailschreiberin, die es mich aus der Versenkung hat holen lassen :-)
Hier nochmal das Rezept mit den kleinen Änderungen:
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Sonnenblumenkernbrot mit Roggensauerteig |
| Kategorien: | Brot, Körner, Roggen, Sauerteig |
| Menge: | 2 Brote |
Zutaten
| H | SAUERTEIG | ||
| 200 | Gramm | Roggenmehl Type 1150 (Original: medium rye flour) | |
| 160 | Gramm | Wasser | |
| 10 | Gramm | Reife Sauerteigkultur | |
| H | BRÜHSTÜCK | ||
| 167 | Gramm | Roggenschrot (Petra: mittel) | |
| 167 | Gramm | Wasser | |
| 11 | Gramm | Salz (oder gesamtes Salz dem endgültigen Teig | |
| -zusetzen) | |||
| H | ENDGÜLTIGER TEIG | ||
| 633 | Gramm | Weizenmehl Type 550 | |
| 200 | Gramm | Geröstete Sonnenblumenkerne* | |
| 473 | Gramm | Wasser | |
| 10 | Gramm | Salz | |
| 15 | Gramm | Frischhefe | |
| 15 | Gramm | Malzsirup | |
| 334 | Gramm | Quellstück (gesamte obere Menge) | |
| 360 | Gramm | Sauerteig (obere Menge nach Belieben minus 10 g) | |
Quelle
| nach | |
| Jeffrey Hamelman | |
| Bread | |
| A Baker's Book of Techniques and Recipes |
| Erfasst *RK* 04.02.2005 von | |
| Petra Holzapfel |
Zubereitung
Sauerteig: Aus den angegebenen Zutaten den Sauerteig herstellen und bei 21°C 14-16 Stunden reifen lassen.
Brühstück: Zum gleichen Zeitpunkt das Brühstück herstellen. Den Roggenschrot mit dem kochenden Wasser übergießen. Alles oder etwas vom Salz kann zugegeben werden, um eine unerwünschte enzymatische Aktivität zu verhindern.
Teig: Alle Zutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben, auch die gerösteten Sonnenblumenkerne. Auf Stufe 1 (Kenwood) 3 Minuten kneten, dabei die Hydration überprüfen. Der Teig sollte mäßig locker und etwas klebrig sein. Dann auf Stufe 3 weitere 6 Minuten kneten. Der Teig sollte etwas "Muskel" aufweisen, wenn man ihn auseinanderzieht und dem auseinanderziehen etwas Widerstand entgegen setzen. Der Teig löst sich nicht von den Wänden der Schüssel, zeigt aber eine gute Kleberstruktur. Erwünschte Teigtemperatur 25,5°C (habe ich nicht gemessen).
Den Teig in eine geölte Schüssel geben und abgedeckt 1 Stunde ruhen lassen (ohne Zusammenfalten).
Den Teig in 2 Teile teilen und längliche oder runde Laibe formen.
Letztes Gehen: 50-60 Minuten bei 26,6°C gehen lassen (Petra: Raumtemperatur, ein Brot zuerst kalt gestellt).
Backen: nacheinander mit normalem Dampf bei 240°C (Petra: auf Backstein) für 15 Minuten, dann die Temperatur auf 220°C reduzieren und weitere 30 Minuten backen.
*die Sonnenblumenkerne auf einem Blech im 175°C heißen Ofen etwa 10 Minuten rösten, bis sie anfangen zu duften.
Anmerkung Petra: Die Brote gehen sehr schön auf. Knusprige Kruste, trotz des Roggenschrot- und Körneranteils lockere kernig-aromatische Krume. Die Krume ist etwas dunkler als beim 5-Korn Sauerteigbrot mit Roggensauerteig.
Update 2010: ich habe die Brote mit Brühstück an Stelle von Quellstück gebacken und etwas länger und stärker geknetet. Der Teig ist sehr weich und klebrig, lässt sich aber doch handhaben. Wieder ausgezeichnetes Ergebnis, sehr gute Frischhalteeigenschaft!
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